Editorial

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Pflegeheime in den Schlagzeilen

Von Roger Wicki, Präsident CURAVIVA Luzern

Die Konferenz vom Dienstag, 9. Mai 2017, hat sich u. a. mit der aktuellen kritischen Berichterstattung zum Thema Alterspflege auseinandergesetzt. Die genannten Einzelfälle sind sehr bedauerlich, doch keineswegs repräsentativ für die Branche. Dies bestärkt uns darin, auch weiterhin auf transparente PR- und Kommunikationsarbeit auf nationaler, kantonaler und institutioneller Stufe zu setzen, um solchen Medienbeiträgen etwas entgegenzustellen.

Als neutraler Leser stimmt mich die Berichterstattung im Sonntagsblick vom 30. April 2017 und diejenige vom 07. Mai 2017 in der NZZ am Sonntag nachdenklich. Ich könnte auch nicht mit Überzeugung sagen, dass alles, was in diesen Beiträgen geschrieben wird, überhaupt nicht zutrifft. Grundsätzlich möchte man annehmen, dass die Beiträge nach seriös erfolgter Recherchearbeit entstanden sind. Jedoch wird von bedauerlichen Einzelfällen auf die ganze Branche geschlossen. In beiden Beiträgen werden konkrete Institutionen – ausserhalb des Kantons Luzern und der Zentralschweiz – namentlich erwähnt, bei denen angeblich solche Missstände vorkommen. Wir könnten uns in Luzern also auf die Schulter klopfen. Doch muss ich ehrlich sagen, dass ich auch schon mit Situationen in den Luzerner Pflegeheimen konfrontiert wurde, in denen ich das Hinzuziehen der Unabhängigen Beschwerdestelle für das Alter (UBA) oder der Aufsichtsbehörde empfahl. Dies aus dem einfachen Grund, dass genau solche Einzelfälle aufgeklärt werden müssen, damit diese die erfolgreiche und wertvolle Arbeit unserer Institutionen nicht negativ beeinflussen.

Genau hier liegt auch das Spannungsfeld zwischen der kritischen Berichterstattung der Sonntagsmedien und den realen Gegebenheiten in unserer Branche. Bei den genannten Einzelfällen handelt es sich durchwegs um Institutionen in einer schwierigen Phase, die nicht mehr als ein Prozent der Pflegeheime ausmachen. Wenn auch jeder Einzelfall einer zu viel ist, wird in diesem Moment vergessen, dass in über 99 Prozent der Institutionen täglich sehr gute und engagierte Arbeit zum Wohle der Bewohnerinnen und Bewohner geleistet wird. Die Autonomie des Bewohners und die Lebensqualität stehen immer im Vordergrund.

Es bleibt uns nichts anderes übrig, als über das tagtäglich geleistete Engagement zusammen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sprechen und zu schreiben. Immer wieder bekomme ich auch Zeitungsausschnitte der lokalen Medienwelt, in welchen über positive Ereignisse in den Luzerner Pflegeheimen berichtet wird. Für alle, welche die Kommunikationsarbeit intensivieren möchten, empfehle ich den Workshop mit «medienkoffer» am Freitag, 22. Oktober 2017. Im Bereich der Kommunikation gibt es immer Verbesserungs- und Optimierungspotential.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unseren Medienpartner von Weidmannpartner AG, welcher uns in diesem  Bereich professionell unterstützt.

Herzliche Grüsse
Roger Wicki

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