Finanzierung und Recht

Nach Abschluss der Erwerbstätigkeit und mit Beginn der Pension werden ältere Menschen mit verschiedenen finanziellen und rechtlichen Fragen konfrontiert.

Finanzierung und Versicherung eines Pflegeheimaufenthalts

AHV, berufliche und private Vorsorge

Die Grundversicherung der Krankenkasse übernimmt Teile der Pflegekosten. Die Kosten für die Unterkunft (Heimtaxe) bei einem Pflegeheimaufenthalt werden aber nicht bezahlt. Die Finanzierung der Pflegekosten wird auf drei Stellen verteilt:

  • Krankenkassen (fixer Betrag pro Pflegestufe)
  • Heimbewohnende (maximal 20 Prozent des höchsten Betrags der Krankenkasse)
  • Öffentliche Hand (Restfinanzierung)

Die Aufgabe der Restfinanzierung liegt bei den Gemeinden. Die Grundlage für die Festlegung ist der Ausweis der Kosten nach der Verordnung über die Kostenermittlung und die Leistungserfassung durch Spitäler, Geburtshäuser und Pflegeheime in der Krankenversicherung (VKL). Die Gemeindebeiträge werden gemäss den individuellen Taxordnungen der Heime jährlich festgelegt.

Ergänzungsleistungen und Sozialversicherung

Wenn das Einkommen einer älteren Person nicht ausreicht, um ihren Aufenthalt in einem Heim zu finanzieren, kann sie bei der Ausgleichskasse Luzern Ergänzungsleistungen (EL) beantragen.

In der Schweiz wohnhafte Personen, die eine Altersrente oder Ergänzungsleistungen zur AHV beziehen, können eine Hilflosenentschädigung (HILO) geltend machen, wenn die Hilflosigkeit ununterbrochen mindestens ein Jahr gedauert hat und kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der obligatorischen Unfallversicherung oder der Militärversicherung besteht.

Hilflos ist, wer für die alltäglichen Lebensverrichtungen (Ankleiden, Körperpflege, Essen usw.) dauernd auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, und dauernder Pflege oder persönlicher Überwachung bedarf. Die Heime und die ambulanten Pflegedienste unterstützen sie bei der Beantragung der Entschädigung.

Personen- und Sachversicherungen

Neben der obligatorischen Krankenversicherungen empfehlen wir den Abschluss respektive die Weiterführung einer Haftpflicht- und Unfallversicherung. Alle weiteren Versicherungen sind für einen Aufenthalt im Heim nicht mehr notwendig.

Recht

Erwachsenenschutzgesetz
Das Erwachsenenschutzgesetz sieht unter anderem eine grössere Selbstbestimmung (Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung), eine bessere Stellung der Angehörigen, individuell angepasste Beistandschaften sowie eine Professionalisierung des Verfahrens vor. Das Gesetz stellt auch Anforderungen an die Institution und stellt diese unter Aufsicht.

Patientenverfügung
Im Erwachsenenschutzrecht wird die Patientenverfügung bundesrechtlich verankert. Damit kann eine urteilsfähige Person festlegen, welchen medizinischen Massnahmen sie im Fall ihrer Urteilsunfähigkeit zustimmt oder nicht. Ebenso kann eine natürliche Person festgelegt werden, welche für die urteilsunfähige Person über die medizinischen Massnahmen entscheiden soll.

Vorsorgeauftrag
In einem Vorsorgeauftrag bestimmt man eine Vertrauensperson, welche bei Urteilsunfähigkeit in einem oder allen Bereichen einspringt. Diese Person kann dann über das persönliche Wohl (Personensorge) oder die Finanzen (Vermögenssorge) verfügen und als Vertretung in rechtlichen Angelegenheiten auftreten.

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